WEANINGKONZEPT
Leben ohne Atemhilfe

Der Begriff Weaning stammt aus dem englischen Sprachraum und meint in diesem Fall die Entwöhnung vom Beatmungsgerät, also die schrittweise Übertragung der Atemarbeit von der Maschine auf den Menschen.

Der Weaningprozess beginnt mit der ersten Reduktion der Beatmungsunterstützung durch das Gerät und endet mit dem spontan atmenden Patienten, der auf keinerlei mechanische Atemhilfe mehr angewiesen ist. Dabei kann der Patient physiologisch oder mittels Trachealkanüle atmen.
Vorherrschende Meinung ist noch immer, dass ein erfolgreiches Weaning nur in einem Krankenhaus mit einer entsprechenden Spezialisierung möglich ist.
Unsere mehrjährige Erfahrung in der außerklinischen Intensiv- und Beatmungspflege zwingt jedoch inzwischen dazu, auch andere Betrachtungsweisen zuzulassen.

Der Beatmungspatient erlebt das medizinisch-technische Umfeld der Intensivstation eines Krankenhauses nach der Überwindung der akuten, lebensbedrohenden Krise häufig als künstlich und bedrohlich. Erfolglose Weaningversuche belasten Patienten und therapeutisches Team gleichermaßen. Privatheit, Rückzugsmöglichkeiten und Ausübung der gewohnten sozialen Handlungen und Gebräuche kommen nicht vor.

Ein ganzheitlicher Versorgungsansatz und die Rückkehr zu einem normalen Leben in den eigenen vier Wänden oder einer alternativen Wohnform lassen die Abhängigkeit von einem Respirator zunächst in den Hintergrund treten. Nach einer physischen und psychischen Stabilisierungsphase sind körperliche Fähigkeiten und geistige Frische so wiederhergestellt, dass man sich erneut einem Weaning widmen kann.

Neben der Versorgung mit der notwendigen medizinisch-technischen Ausstattung, die die Therapie und Überwachung unterstützt, werden die Patienten durch Beatmungsmediziner, qualifizierte Atmungstherapeuten, speziell geschulte Pflegefachkräfte und weitere Mitarbeiter aus verschiedenen therapeutischen Bereichen begleitet.

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